Wohnbaugenossenschaften – ein alternatives liberales Modell

Aktuelles | 14. Mai 2015

V.l.n.r. Hartmut Kowalinski, Dr. Birgit Reinemund, Andreas Maier, Julia Raab, Dietrich Herold

V.l.n.r. Hartmut Kowalinski, Dr. Birgit Reinemund, Andreas Maier, Julia Raab, Dietrich Herold

Großsachsen hat bereits ein Seniorenzentrum, für Leutershausen ist der Prozess auf dem Weg zu einem Seniorenzentrum im Gange. Klassischerweise werden solche Projekte mit Investoren geplant und realisiert. Das sorgt für eine wirtschaftliche Umsetzung, aber nicht alle können zum Zuge kommen. Daher hat sich die FDP Hirschberg in der Liberalen Runde Mai, die u.a. mit der Bezirksvorsitzenden Dr. Birgit Reinemund prominent besucht war, mit Alternativen, konkret mit dem Genossenschaftsmodell und diesbezüglich speziell mit Wohnbaugenossenschaften beschäftigt.

Andreas Maier, Ortsvorsitzender der FDP Hirschberg, freute sich mit Dietrich Herold, Rechtsanwalt und Verbandsjustitiar des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes in der Passivphase der Altersteilzeit, einen ausgewiesenen Fachmann als Referenten begrüßen zu können. Er wies darauf hin, dass das Thema Wohnbaugenossenschaften ein urliberales Thema ist. Schließlich war Eberhard Wildermuth, FDP, der erste Bundesminister für Wohnungsbau, der bereits 1950 mit dem ersten Wohnungsbaugesetz, das auf dem Genossenschafts-modell basierte, was damals übrigens auch in Leutershausen Wirkung zeigte, dafür sorgte, dass in der jungen Bundesrepublik viele ein Dach über dem Kopf bekamen.

Auch heute, so Herold, sind in Deutschland mit ca. 2,2 Mio. Wohnungen ca. 10% aller Wohnungen genossenschaftliches Eigentum. Allein im Rhein-Neckar-Kreis gibt es fünf Wohnbau- bzw. Wohnungsgenossenschaften, in Weinheim, Ladenburg, Schwetzingen, Hockenheim und Eberbach. Zwar sind diese Genossenschaften auch der Kostendeckung verpflichtet, jedoch sind sie nicht primär auf Gewinn ausgerichtet, was sich z.B. in Dividendenbegrenzungen in der Satzung ausdrückt. Außerdem erhalten derzeit in Deutschland etwa 40% dieser Genossenschaften, die sog. Vermietungsgenossenschaften, steuerliche Vergünstigungen – das Modell stellt also auch eine Alternative zur Mietpreisbremse dar. Überwacht wird die Einhaltung dieser Regelungen von Prüfungsverbänden, in denen jede Genossenschaft Mitglied sein muss.

Aber nicht nur im Wohnungs(bau)sektor sind Genossenschaften eine Alternative, fasste Herold zusammen. Sehr erfolgreich sind auch Genossenschaftsbanken und Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften (z.B. ZG Raiffeisen und Winzergenossenschaften), konstatierte Herold, ehe er praktische Tipps zur Gründung und Beispiele aus der Praxis gab. Denn: „Was einer alleine nicht kann, das vermögen viele“.